Samstag, 20. Januar 2007

Wenn Geld in die falschen Hände gerät...

"Ich schrieb es des Geldes wegen"
"Geld alleine macht nicht glücklich"
"Nicht alles was glänzt ist Gold"
"Wir sind sterblich wo wir lieblos sind, unsterblich wo wir lieben"

Was soll das? Warum schreibe ich das? Warum solch "kluge" Aussagen, wo doch eher der Platz für Probenerlebnisse sein soll? Tja, ich weiß es selber nicht.

Vielleicht stehen sie dort geschrieben, weil sie mir alle durch meinen Kopf gehen, wenn ich den Text unseres Stückes durchlese.
Jaan Tätte schrieb es des Geldes wegen. Nicht etwa weil er dringend Geld brauchte, sondern weil er in seinem Stück zeigt, zu was ein humanes Wesen, wenn es Geld unter die Nase gehalten bekommt, fähig ist.
Geld alleine macht nicht glücklich... ein Spruch den ich so manches mal bezweifle. Ich glaube, ein vollends verarmter Mensch ist schon ziemlich glücklich, wenn er eine Milliarde Dollar findet. Aber Geld alleine macht wohl wirklich nicht glücklich, man denke nur an unseren vereinsamten Osvald, dessen Träume und Illusionen nicht auf materiellen Dingen basieren, sondern auf dem einfachen Verlangen nach dieser einen Frau.
Nicht alles was glänzt ist Gold... ein Pizzaboote "glänzt" wenn man Hunger hat, ist aber noch lange kein "Gold", sofern er seine Pizza selber isst. Ein Haus mag auch "glänzen" wenn man völlig durchgefroren durch den Wald irrt, was man darin vorfindet ist aber - in unserem Falle - auch nicht zwangsläufig "Gold". Schwierig, schwierig... schwierig, ja? Ja!
Wir sind sterblich wo wir lieblos sind, unsterblich wo wir lieben... Osvald denkt nicht daran aufzugeben und zu "sterben", denn er liebt! Er liebt viele Träume die er hat, nicht zuletzt auch Laura. Roland liebt scheinbar auch. Laura. Aber viel mehr, denke ich, sich selbst und sein organisiertes Leben, zu welchen nunmal eine gute Hausfrau gehört. Er liebt also nicht in dem Sinne, in dem Osvald liebt. Zuerst. Und dann?

8 Kommentar(e):

Ben hat gesagt…

hmmm... so ne hausfrau die hat schon was, aber ob Laura eine ist/sein kann? das ist vielleicht auch noch ein guter ansatz die szenen auszuquetschen...

Cosma Dujat hat gesagt…

also, ich weiß nicht. Ist Roland so, dass er eine Hausfrau als Freundin/Frau haben will? Wir müssen aufpassen, dass wir ihn nicht zu krass darstellen. Ich glaube nicht, dass Laura jemand ist, die sich auf so etwas einlassen würde und ich glaube eigentlich auch nicht, dass Roland so ist. Also, was verbindet die beiden? Ich glaube schon, dass sie sich echt lieben, meint ihr nicht auch, dass Roland ein bisschen mehr zu bieten hat, als einen Bausparvertrag?
Cosma

Beni hat gesagt…

Schon, aber er wirkt - in seiner Art über sich und seine Situation zu reden - (3. Szene) sehr zufrieden mit sich und seiner Arbeit. Er liebt sie sicher irgendwie (nicht umsonst schrieb ich "Zuerst. Und dann?") doch ist seine Persöhnlichkeit sehr konservativ und große Chancen auf berufliche Karriere rechen ich Laura nicht aus... Ein schöner Punkt um zu diskutieren.

Ben hat gesagt…

Wer sagt denn, das Hausfrauen nicht liebenkönnen bzw. man eine Hausfrau nicht lieben kann??? Vielleicht nicht die modernste sicht der Dinge, aber eine gutbürgeerliche Ehe funktioniert so, oder so ähnlich.
und sicher hat Roland einiges zu bieten, auh wenn er jeden Pfennig dreimal umdreht. Er hat einen ausgesprochenen Sinn für Gerechtigkeit, bemüht sich mehrfach zärtlich um Lauras Wohlergehen (von der Messeratacke mal abgesehen)und verteidigt ihre Liebe auch gegenüber Osvald so weit es für einen Bankangestellten vertretbar ist. Ich denke sein 15sec Scweigen beruht auch darauf, dass sein Beruf sdenken (ZAHLEN, GELD) bisher NIE seine Gefühle in Frage gestellt hat... ??
Dass Laura auch noch andere Schwächen hat, als "bloß" die liebende Hausfrau zu werden darf Roland dann ja im Verlauf des stückes herausfinden, und wie ich den eindruck habe stärkt das auch ihre Beziehung.

Günter hat gesagt…

"eine gutbürgeerliche Ehe funktioniert so, oder so ähnlich" [Ben: bitte tippe ein bisschen weniger schlampig - ich find's anstrengend zu lesen ;)]

Funktioniert sie denn, die gutbürgerliche Ehe? Angesichts der Scheidungsraten, angesichts der Singles, der nicht-bürgerlichen Lebensgemeinschaften wage ich das zu bezweifeln. Roland hat dieses "ererbte" Bild voll verinnerlicht. Aber Laura eben nicht. Ich bin nicht sicher, ob die beiden sich zu Beginn wirklich lieben. Sie denken das, ja, aber da ist viel zu viel im Untergrund ...
Ich bin auch nicht sicher, ob sie sich am Ende lieben. Sind sie dafür nicht viel zu benommen vom gerade Erlebten? "Lieben" sie vielleicht Osvald? Hat das Wort "Liebe" (um das es im Stück aber nur am Rande geht) vielleicht eine ganz neue, weitere Bedeutung, die sie für sich nun erst einmal erkunden, ausloten müssen?

Ben hat gesagt…

[i][möglichst orthographisch korrekt:][/i]
Nun, ich denke, dass die Liebe als solche in dem Stück weniger thematisiert wird, als der Stellenwert der Liebe, di Ordnung unserer Prioritäten und die Rolle von Gefühlen und Lebensumständen...

florian hat gesagt…

alsoich finde nicht, dass der stellenwert der liebe hier diskutiert wird...eher unsere weltanschauung...das mag bei einigen gleich sein....

aber zu der hausmütterchendiskussion: ich kann cosma danur zustimmen! laura ist keine, die glücklich damit ist dem bankdirektor das essen zu kochen und seine kinder zu kriegen! Dafür ist Bungee Jumping eindeutig eine zu krasse, abenteuerlustige sportart! die will action...und liebe!

Beni hat gesagt…

Und von wem will sie die Liebe? Und will sie auch Geld?
Verzwickt ist die Sache...:-)