Mittwoch, 31. Januar 2007

Wie heißt das Genre?

Par ordre de mufti heißt unsere Reihe nun

Sturm und Drang

Ich denke, dass damit alle Vorgaben erfüllt sein können. In der Reihe "Sturm und Drang" kann ein klassischer Autor auftauchen, der für ein junges Publikum geschrieben hat / inszeniert wird, kann ein zeitgenössischer Autor auftauchen. Der Titel kann sich auf die Darsteller beziehen oder auf die Inszenierung, er impliziert den Anspruch der Stückaussage ...
Darüberhinaus können auch ältere Zuschauer damit etwas anfangen.

Hier noch ein paar Schriftideen:
Davon gefallen mir die zweite und dritte am meisten. Was meint Ihr???

Nachtrag nach drei Kommentaren hier (und einigen im Theater)
Der allgemeine Favorit scheint folgender zu sein - ich sprech's heute abend bei der Marketingsitzung an ...

(meintest Du sowas, Ben? Bei noch größerer Überschneidung wird's unleserlich)

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Dienstag, 30. Januar 2007

Mehr zum Autor...

...in Issue 22 Of The Baltic Review
Quote:

Jaan speaks and sings to us about the eternal values, his message is deeply ethical, as well as a warning against possible perversions. His message makes it through, and, what is particularly important, it reaches the young. In the stressful world of business, money and advertising, where it is difficult to find and very easy to lose oneself, Jaan's message is like sip of spring water.

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Montag, 29. Januar 2007

Probentagebuch 7

Immer dieses Entscheiden ... Oft steht man als Regisseur bei den Proben vor mehreren Möglichkeiten (eigentlich steht man ständig vor unendlich vielen - seufz) und muss nun entscheiden, welchen Weg man gehen will. Manches wird mit den Schauspielern besprochen und gemeinsam entschieden, aber sehr oft gibt die Regie die Richtung vor. (Sonst ergäbe sich wohl auch ein reichlich unzusammenhängendes Gemisch ...)
Bei einem Stück wie diesem ist das jedoch gar nicht so leicht: alles, die Beziehungen, die Figuren selbst sollen möglichst "in der Schwebe" bleiben - am deutlichsten wird das bei Osvald: der soll ein bisschen ein Anarcho-Punk sein, aber eben auch ein romantischer Träumer; dennoch muss er den pragmatischen Roland von seinem Plan überzeugen können, darf also nicht zu abgeweht sein; andererseits wieder müssen die Zuschauer (und Laura) ihm wirklich glauben, dass es den Goldenen Fisch tatsächlich gibt ...
Eine simple "Rollenbiografie", bei welcher man sich überlegt, was für einen Hintergrund die Figur haben könnte, reicht da nicht aus - genausowenig wie ein simpler Interpretationsansatz für das Stück ausreicht. Klar: es geht um Liebe, aber auch um Träume und Illusionen. Um ILLUSIONEN geht es wohl am meisten. Und das eben auch auf einer höheren Ebene: Theater selbst ist ja eine Illusion, und mit der spielt das Stück ebenfalls: die Erwartungen der Zuschauer werden genauso durcheinandergewirbelt wie die der Figuren im Stück: ist das jetzt ein "Beziehungsdrama" oder ein "Krimi"? - doch ein "Märchen"? - wollen die mich jetzt verar...???

So viel ist zumindest jetzt schon klar: letzteres wollen wir nicht!

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über den Bungee-Sprung

Sich in Grenzsituationen zu begeben, diesen zu begegnen und sie zu bewältigen, bedeutet eine unvergleichbare, bereichernde Erfahrung.

Bungee Jumping bietet in seiner Form der extremen Anforderung innerhalb abgesicherter Systeme eine ausserordentliche, intensive Art der Selbsterfahrung. Das Erlebnis von Angst, einem ursprünglichen, nicht vom Verstand kontrollierbaren Gefühl, wird von jedem Springer sehr stark empfunden.

Die Fähigkeit, diese Angst zu überwinden und in Lust zu verwandeln, ist der eigentliche Schlüssel des starken Erfolgserlebnisses nach einem absolvierten Sprung.

Angstüberwindung kann trainiert werden, ist lernbar. Beim Bungee Jumping durchlebt der Springer innerhalb von wenigen Sekunden extreme emotionale Phasen, die in einem unglaublichen "High" gipfeln. Das Urteil aller Springer, wenn Sie wieder Boden unter den Füssen haben, ist einhellig... "Super".
aus flyforfun.com

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Samstag, 27. Januar 2007

Heutige Probe

Na das war ja ne Probe! Wir waren konzentriert und hatten trotzdem unseren Spaß und haben rumgealbert! Die schräge Lachnummer sollte auf jeden Fall drinbleiben!!!
Osvald hat jetzt noch eine Wendung: Wir hatten heute die Idee, dass sein Vater im Knast saß. Wegen gefährlicher Körperverletzung. Das bringt uns wieder auf eine andere Schiene... solange die Rollenfindung noch andauert, wird sich wohl noch viel verändern.... aber genau das ist diese Spannung, die eigentlich das Schauspielen interessant macht!
Nun ja, mal sehen, was noch kommt!

Beni, deine Ideen heute waren genial! Danke!

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Donnerstag, 25. Januar 2007

Osvald - ein Rätsel?!

Tja, nach zwei probefreien Tagen hatte ich genug Zeit mir mal ein paar Gedanken zu machen und wieder (halbwegs) gesund zu werden!
Also Osvald ... ein junger Typ Anfang 20, der allein in einer Hütte im Wald wohnt! Starke autistische Züge, ein Träumer, nicht von dieser Welt! Wer ist das? Wie kommt er zu seinem Schicksal? Er war mal Schildermaler.....
Eine Möglichkeit: ein Junge lebt mit seiner Familie in armen Verhältnissen, es reicht zum Leben. Der Vater, ein Spießer, haut ab, als der Junge 12 wird. Ab jetzt muss er das Geld für alle auftreiben, der Hass auf seinen Vater, der ihn in diese Situation getrieben hat, steigt! Die Mutter wird Alkoholikerin, versäuft das Sozialgeld ... Er will Maler werden, ist ein begnadeter Künstler, leider reicht das Geld nicht für die Kunsthochschule ... der Junge wird Schildermaler... er verrennt sich in Träume, das ist alles, was er gut kann. Er hat eine blühende Phantasie. Seinem Meister wird die akribische Genauigkeitund der Drang nach Veränderung und künstlerischer Freiheit zu viel: Der Junge wird gefeuert!
Bei einer Wanderung durch den Wald findet er eine Hütte, seinen Zufluchtsort....er zieht ein...fernab von aller Realität und träumt....hier ist sein Paradies...nur er und "Wilson"

Das ist im Moment meine Idee von der Rolle
Morgen Abend wieder Probe! JUHUUU!

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Mittwoch, 24. Januar 2007

Geld oder Liebe!

Dieser Buchtitel, über den ich beim Googeln gestolpert bin, passt eigentlich recht gut zum Stück. Geld oder Liebe?
Nun, ich denke, dass die Liebe als solche in dem Stück weniger thematisiert wird, als der Stellenwert der Liebe, die Ordnung unserer Prioritäten und die Rolle von Gefühlen und Lebensumständen.
Es geht meiner Meinung nach auch darum, wie gut wir uns selber kennen, und wie gut wir andere, vielleicht sogar geliebte Menschen kennen. Kennen wir uns? Wie gut können wir uns/einander einschätzen?
Und Geld? Das kommt in solchen Ausmaßen im Stück vor, dass es gänzlich an Wirklichkeit verliert. Hier verhält es sich ähnlich wie bei der Punktevergabe in der Improgruppe. Das Geld ist so überpräsent, dass es etwas Beliebiges bekommt. Es dient viel mehr als Reiz, als auslösender Reiz, Risse und Wellen in das Rollengeflecht zu schlagen, bis am Ende ein ganz neuer Stoff entsteht.
Oder bleibt doch alles beim Alten?
Was ist denn überhaupt passiert, wenn das Stück vorbei ist?
Ist das ganze etwa nur ein großes Kopfkino?

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Autorenbild

Laut Verlag sieht der aber anders aus ;-)

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Probentagebuch 6

Nun schon zwei Proben ohne Bericht - also höchste Zeit ...

Wir arbeiten momentan die Anfangsszenen und finden reizvolle Klippen im Text: "warum sagt sie jetzt das?" - "wieso ist da diese Pause?". Bei vielen anderen Stücken kann man über solche Ungereimtheiten hinweggehen und einfach drauflos inszenieren. Aber hier merkt man, wie gut Tättes Vorlage ist (ähnlich wie im vergangenen Jahr Lutz Hübners "Herz eines Boxers"). Vielleicht "passt das nicht", weil wir zu schnell darüber hinweggegangen sind? Wenn man den Text nicht runterrappelt, sondern an diesen Punkten Aktionen einfügt (stumme Reaktionen, Bewegungen, Gänge ...), dann ergibt sich plötzlich Sinn aus einem vorher unverständlichen Dialog.

Das ist vielleicht eins der spannendsten Dinge an meiner Arbeit: immer wieder kommt man auf ganz neue, nicht vorhersehbare Ideen ...
Osvald statten wir mehr und mehr mit autistischen Zügen aus. Daraus ergeben sich schon in den ersten Szenen ungeheuer zärtliche Momente: Annäherung an Laura, Einschlafen mit "Wilson", Zurückziehen in sich selbst ... Das macht die Rolle wahnsinnig schwierig: er pendelt immer wieder zwischen normalem Gespräch und für sich selbst gesprochenen Sequenzen hin und her. Dazu kommt, dass er nun auch noch einzelne Sätze als Zitate spricht: wenn er die Allerweltsweisheiten von sich gibt ("Kinder, das Leben ist schön" - "Für die Gäste nur das Beste"), könnten das Sprüche sein, die sein (verhasster?) Vater ständig von sich gab.
Dieser Vater wird nie erwähnt, aber wir müssen uns ja überlegen, warum die vier Menschen, die wir auf der Bühne sehen, so sind, wie sie sind. Warum ist Roland so spießig? (Ist er das wirklich???) Warum lebt Osvald hier in der Hütte? Warum haut Laura nicht mit Roland ab? ...
Wenn die Darsteller die Geschichte ihrer Figur im Hinterkopf haben, ergeben sich viele Sätze, Haltungen, Bewegungen von ganz allein. Dadurch wird eine Figur lebendig. Das Publikum kennt die ganze Geschichte zwar nicht, aber vielleicht ahnt es sie, vor allem aber sieht es eine "stimmige" Figur.
Natürlich schaffen wir dabei noch nicht richtig viel Text, aber das ist auch nicht schlimm: zum einen macht es riesigen Spaß, diese Figuren zu ergründen, zum anderen wird es später die Arbeit erleichtern. Natürlich war zu Anfang Osvald im Zentrum unserer Überlegungen. Nun (wenn wir die zweite Szene weiter arbeiten) wird Laura mehr in den Fokus kommen und dann natürlich auch Roland.

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Montag, 22. Januar 2007

Jugendtheater?

Markus schrieb grad per Mail:

Ich denke, du solltest die Begriffe Jugendtheater und Jugendstück einmotten. Das klingt nach 80er-Jahre Sozialpädagogik, brrrr. Aber [...] so was richtig Gescheites ist mir noch nicht eingefallen. Irgendetwas, das sagt:

* junge Schauspieler
* zeitgenössischer Autor
* interessante und relevante Aussage
* anders als andere Theater-Wedel-Inszenierungen

Junges Theater? Junges Theater Wedel? Sowas halt - kannst ja mal im Blog brainstormen lassen ...
Das sehe ich ganz genau so. Das ist wieder dieses Gutmenschentheater, die Holzhammerdramaturgie ... Also dann: was meint Ihr?
Schreibt doch mal Ideen auf, wie wir diese Sparte im Theater Wedel nennen könnten.

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Sonntag, 21. Januar 2007

Titel und Personen

In den letzten Posts (und sicher auch zukünftig) wird ja Bezug genommen auf den (Unter-) Titel, die Namen usw. Unter "Dokumente und Texte" kann nun jeder die Titelseite lesen und sich selbst Gedanken machen ...

Dort gibt's übrigens auch ein Szenario (wer ist wann auf der Bühne).

Hier mal ein Plakatentwurf - was haltet Ihr davon?

iiii

Und noch eine ganz andere Idee von Markus: ein Banner (mindestens 1x2 Meter groß) mit Photos der vier Darsteller ...

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Samstag, 20. Januar 2007

Wenn Geld in die falschen Hände gerät...

"Ich schrieb es des Geldes wegen"
"Geld alleine macht nicht glücklich"
"Nicht alles was glänzt ist Gold"
"Wir sind sterblich wo wir lieblos sind, unsterblich wo wir lieben"

Was soll das? Warum schreibe ich das? Warum solch "kluge" Aussagen, wo doch eher der Platz für Probenerlebnisse sein soll? Tja, ich weiß es selber nicht.

Vielleicht stehen sie dort geschrieben, weil sie mir alle durch meinen Kopf gehen, wenn ich den Text unseres Stückes durchlese.
Jaan Tätte schrieb es des Geldes wegen. Nicht etwa weil er dringend Geld brauchte, sondern weil er in seinem Stück zeigt, zu was ein humanes Wesen, wenn es Geld unter die Nase gehalten bekommt, fähig ist.
Geld alleine macht nicht glücklich... ein Spruch den ich so manches mal bezweifle. Ich glaube, ein vollends verarmter Mensch ist schon ziemlich glücklich, wenn er eine Milliarde Dollar findet. Aber Geld alleine macht wohl wirklich nicht glücklich, man denke nur an unseren vereinsamten Osvald, dessen Träume und Illusionen nicht auf materiellen Dingen basieren, sondern auf dem einfachen Verlangen nach dieser einen Frau.
Nicht alles was glänzt ist Gold... ein Pizzaboote "glänzt" wenn man Hunger hat, ist aber noch lange kein "Gold", sofern er seine Pizza selber isst. Ein Haus mag auch "glänzen" wenn man völlig durchgefroren durch den Wald irrt, was man darin vorfindet ist aber - in unserem Falle - auch nicht zwangsläufig "Gold". Schwierig, schwierig... schwierig, ja? Ja!
Wir sind sterblich wo wir lieblos sind, unsterblich wo wir lieben... Osvald denkt nicht daran aufzugeben und zu "sterben", denn er liebt! Er liebt viele Träume die er hat, nicht zuletzt auch Laura. Roland liebt scheinbar auch. Laura. Aber viel mehr, denke ich, sich selbst und sein organisiertes Leben, zu welchen nunmal eine gute Hausfrau gehört. Er liebt also nicht in dem Sinne, in dem Osvald liebt. Zuerst. Und dann?

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Gelesen

Meine erste Probe fürs Bungee Jumping war letzten Donnerstag. Das Stück hatte ich ja schon vorher gelesen. Ich? Ja, ich kann lesen, und ähm, wer ich bin?! hmmm, im wirklichen Leben heiße ich Ben, und wer das ist, lässt sich leicht klären... aber wer bin ich im Stück!?
Ich spiele den "Mann", den "Pizzaboten"... den Fisch? Wie Günter uns erklärt hat, haben wir im estnischen Original ja alle die Namen von Fischen. Was macht mich also zum Fisch?
Ich habe noch nie einen Fisch Pizza essen sehen. Eine Waffe tragen Fische für gewöhlich auch nicht bei sich.
Vielleicht frage ich ja falsch. "Falsch, ja?"
Was erdreistet sich diese Person da so hereinzuplatzen und dem ganzen Wirrwar einen scheinbar rationalen Sockel unterzuschieben? "Erdreistet, ja?"
Ist das nun ein Möchtegerngangster oder der große Planer, der unscheinbare Zauberer, der das Märchen entzaubert? "Entzaubert, ja?"
Und was ist mit dem Schluss? Der wird nicht verraten.

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Probe gestern Abend

Ich war noch nie so fertig nach einer Probe ... Ich kam mir nicht vor, als wäre es ein "bisschen" Theater gewesen, sondern ein Halbmarathon oder noch mehr ... Bin dann abends auch gleich eingeschlafen!
Also mit unserem neuen Bühnenbild kann ich mich gut anfreunden, ist noch verrückter, als ich bisher dachte! Wir haben es auch gleich genutzt und die zweite Szene komplett umgestellt... Osvald wird jetzt so ein bisschen Autist, aber dann auch doch nicht... die Rollenfindung wird extrem spannend! Da hilft auch die einzigartige Stimmung in der Crew ... einfach nur genial!

So, später gibt's dann mehr und auch sortiert!
Jetzt erstmal auf zur Probe, sonst bin ich schon wieder zu spät!

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Probentagebuch 5

Tolle Probe gestern - vier Stunden waren alle hochkonzentriert dabei, hinterher natürlich auch entsprechend fertig ...

Dana kam mit einer genaueren Bühnenbild-Idee:


Die muss ich wohl erst mal erklären ...
Die Bühne ist leer (wir spielen ja parallel zum Kabarett) - schwarzer Aushang. Osvalds Haus wird durch ein Podest angedeutet. Dana hat nun zwei Podeste draus gemacht: ein zweites, höheres hinten, dort steht die Liege. Die "Möbel" (alles Sperrmüll, den Osvald sich zusammengesucht hat) sonst im unteren Teil: ein Tisch, ein Stuhl, ein Hocker, ein altes Spülbecken (war wohl schon im Haus drin), ein kleiner Schrank. Über der Liege ein Fenster, hinten noch die Tür nach draußen und gleich daneben ein Durchgang ins Nebenzimmer.
Auf der rechten Bühnenseite hängen Stoffbahnen, leicht gerafft: die dienen als Projektionsflächen (wir wollen mit Beamer usw. arbeiten), können aber auch bei entspr. Beleuchtung als "Bäume" gelten.
Das Bühnenbild gibt schöne Spielmöglichkeiten: im Haus oben und unten / drinnen und draußen &c.

Genug erstmal - gleich ist schon wieder Probe - hinterher vielleicht mehr ...

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Freitag, 19. Januar 2007

Die Geschichte vom goldenen Fisch.. oder was soll der ganze Quatsch

Die Geschichte vom goldenen Fisch.
Wie bei jedem Stück, frage ich mich, was will der Autor sagen, was will er erreichen? Aus welchen Gründen sucht er sich diese oder jene Motive aus?
So auch bei „Bungee Jumping“. WARUM?
Was ist das überhaupt für ein Stück, und was verdammt will mir Tätte damit sagen?
Die Antwort liegt nicht klar auf der Hand, er hat keine Holzhammer-Tragödie geschrieben.
Also, um nicht gleich nach dem Sinn des Lebens zu fragen und um dann aufzuhören nachzudenken, aus Angst man könne keine Lösung finden, fange ich mit den kleinen, etwas offensichtlicheren Dingen an. Also mit dem Subtitel des Krimis:
Die Geschichte vom goldenen Fisch. Der goldene Fisch, ein Motiv, dass sich durch das ganze Märchen hindurch zieht. Zerlegen wir nun auch erstmal diesen Teil:
Gold. Ja das ist einfach. Gold glänzt, Gold ist schön, goldenes Haar, Gold ist wertvoll, Gold ist die Sonne, Gold schimmert, Gold ist ein Schatz, - ist Gold Geld? OK, Cosma, nicht gleich verzweifeln, nichts überstürzen, erstmal sammeln, was man hat, und nicht schon wieder neue Fragen aufwerfen, ohne vorher einen Punkt gemacht zu haben. Punkt. Gut, machen wir weiter:
Fisch. Für was steht ein Fisch? Ein Fisch lebt im Wasser, er ist schuppig und doch glatt. Ein Fisch hat glasige Augen und sieht dennoch ganz klar. Macht ein Mensch unter Wasser die Augen auf, so sieht er verschwommen, doch der Fisch mit seinen glasigen Glubschaugen sieht ganz klar. Ob ein Fisch außerhalb des Wassers verschwommen sieht?.. Cosma, ist das relevant für das Stück? –Weiß ich noch nicht- weiter, was noch? Wo taucht dieses Fischmotiv noch auf?
In der Namensgebung. Für den Zuschauer unsichtbar, doch für die Darsteller wichtig:
die sogenannten sprechenden Namen.
Da haben wir Osvald, den süßwasserliebenden Karpfen, der sehr dominant und schwer zu fangen ist.
Wir haben Roland, den Srömling, ein Hering, der wie der Name schon sagt mit der Masse schwimmt und der nur im Salzwasser leben kann,
und wir haben den Mann, den vorsichtigen, schwer zu überlistenden Zander.
So, liebe Laura, nun musst du dich entscheiden, wer soll dein Herzblatt sein? .. Ach nee, schon wieder sind die Gedanken abgeschweift.. Laura ist eine Forelle, die sowohl in süßem, als auch in salzigem Wasser leben kann. Soviel zur Namensgebung, die sicherlich nicht durch Zufall entstanden ist. Und, lichtet sich schon was? –Nein, nicht wirklich- egal, nicht aufgeben, weitersuchen. In der Astrologie steht das Zeichen Fische, für Träumer, realitätsfern und abgehoben.. Ja das passt, mit sowas wie Träumen arbeitet unsere Komödie ja auch.
Was passiert in dem Stück? Gefühle und Träume gelangen an die Oberfläche.. die Oberfläche.. nicht etwa die Wasseroberfläche? Aus den sicheren Tiefen des Wassers, wo der Fisch lebt und atmet. Außerhalb des Wassers erstickt der Fisch. Platzen unsere Träume dann, wenn sie an die Oberfläche kommen? Eieieiei.. ich wusste ja, es wird nicht einfach..Was noch? Mir fällt nichts mehr ein, also habe ich alles? Klingt auch alles passend für das Stück, aber wo zum Teufel ist da jetzt der Sinn?
Sind da jetzt vier Jugendliche, die uns eine Lektion erteilen wollen?
Oder sind das etwa vier Fische, deren Leben wir außerhalb des Aquariums betrachten? Vielleicht hat das Stück ja auch gar keinen Sinn, sondern Tätte schrieb es einfach nur des Geldes wegen …

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Spannend

Erstmal vielen Dank für die Einladung zum Blog - werde ich mit Interesse verfolgen.

Ich hab (endlich) erstmal das Stück gelesen. Sehr spannend. Und ich bin sehr gespannt, was daraus entstehen wird.
Nach dem ersten Lesen drängt sich mir zunächst die Metapher 'Bungee Jumping' auf. Das ist natürlich erstmal Chiffre für Lauras Leidenschaft. Aber auch Illustration der Dynamik im Stück - und wenn das so ist, was ist dann 'Schwerkraft', was 'Gummiseil' - was zieht an, was hält zurück, welche Pole seht ihr (Geld <-> Liebe, Traum <-> Realität, Sicherheit <-> Abenteuer, Un/Zufall <-> Verbrechen)...
Wird man den Bewegungsablauf eines Jumps sehen: der hohe, angsteinflössende Aussichtspunkt, der elegante Sprung in die Tiefe, das langsame Abbremsen, die zappelnde Aufwärtsbewegung, der erneute Absturz, das hilflose Hängen am Ende des Seils

Werde mir den 17.3. mal vormerken (gibt's Guinness? Ist Paddy's-Day)

Gruss
Markus

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Probentagebuch 4

Erste "richtige" Leseprobe mit allen - Beni brachte es wohl auf den Punkt: "bei jedem neuen Lesen erkennt man Neues im Stück und in den Rollen."
Florian ist nun unser Osvald. Das Stück wird dadurch ein bisschen (?) anders, aber es wird auf diese Weise auch unser Bungee Jumping: Lösungen, die andere gefunden haben, können wir kaum nutzen. Gemeinschaftlich können wir nach unseren eigenen Lösungen suchen.

Langsam ist zu ahnen, wie sich die Figuren im Lauf des Stückes wandeln. Der brave Roland zeigt irgendwann richtig Biss und entdeckt seine verschütteten Träume. Der realitätsfremde Osvald begreift, dass er vor einer unangenehmen Wirklichkeit nicht in seine Traumwelt fliehen muss. Und Laura schafft es, unvereinbar scheinende Träume und "Wirklichkeiten" zur Deckung zu bringen.

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Donnerstag, 18. Januar 2007

Probentagebuch 3

Kann Florian den Osvald spielen?!
Gestern habe ich Florian angerufen, ob er Regie-Assistenz machen könne (dann würde ich den Osvald selbst spielen), aber dann haben wir versucht, dass er den Osvald spielt. Die Probe lief zwar gut, aber wir sind alle noch ein bisschen skeptisch: bisher sahen wir die Rolle eben als älteren Mann, und davon können wir uns nicht sofort trennen ...

Wenn wir Florian "auf alt" machten, dann könnte es leicht Laientheater (im negativen Sinn) werden, also müssen wir das Stück, die Figuren neu denken. Aber wir haben ja schon mit Ben einen Pizzaboten, der nicht als alter Mafiosi durchgehen kann.
Es könnte vielleicht ganz spannend sein, alle vier Rollen gleich alt zu besetzen: vier ganz unterschiedliche Lebensmodelle:

  • der brave, phantasielose Roland
  • die bodenständige aber zum Träumen fähige Laura
  • der chaotische Aussteiger (Träumer) Osvald
  • der frühkriminelle Pizzabote (am Ende = der Traum)
darüber muss ich nun erst mal ein bisschen nachdenken ...

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Dienstag, 16. Januar 2007

Probentagebuch 2

Probe abgesagt - immer noch keinen Osvald!!!

Dafür mit Dana übers Bühnenbild gesprochen - erste, vage Ideen, z.B. dass wir mit Projektionen arbeiten könnten (stilisierte Bäume), dass wir auf leerer Bühne ein Podest haben als Zimmer ... Freitag mehr.

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Donnerstag, 11. Januar 2007

Probentagebuch 1

Erste Leseprobe mit Cosma und Beni.

Die Chemie zwischen den beiden scheint zu stimmen (puh! Steinvomherzenpolter - das ist bei einem solchen Stück, bei den beiden Rollen wahnsinnig wichtig). Wir waren alle vom Stück begeistert. Selten, dass Schauspieler beim ersten Lesen so gespannt sind, wie das Stück weitergeht.

Proben sind erst einmal bis kommenden Dienstag ausgesetzt - wir haben ja noch keinen Osvald (leichte! Panik!!).

Ich freue mich auf die Probenzeit: kann sehr, sehr spannend werden ...

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Mittwoch, 10. Januar 2007

Willkommen

Jaan Tätte "Bungee Jumping oder Die Geschichte vom Goldenen Fisch"
Inszenierung im Theater Wedel 2007

Ein Proben-, Arbeits-, Sonstwas-Blog zu unserer Aufführung?
Warum nicht: probieren wir's doch mal aus. Also: hier sollen / können hinein:
  • Probentagebücher
  • Eindrücke und Gedanken zum Stück, zu den Rollen, zum Bühnenbild ...
  • Fotos, Skizzen (z.B. Bühne, Kostüm ...)
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  • Kritiken und Meinungen von Zuschauern
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