Bungee Jumping Ensemble
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Donnerstag, 1. März 2007

Neues Konzept für die Pizza

Gestern haben wir die Szene mit dem Pizzaboten noch einmal komplett umgekrämpelt. Mit nun auch fließenderem Text bekommt das Ganze ein gesundes Tempo. Auch die neuen Gänge und Gesten gefallen mir besser, ich bin jetzt viel mehr in den Raum eingearbeitet, und die Szene hängt wie an Gummibändern mt mir zusammen. Das alles hat eine sehr hübsche Dynamik, und wird, glaube ich, noch richtig spektakulär. Jetzt nur noch Laura dorthineinpuzzlen, dann ist es auch schon fast geschafft.
*freu*

freudig, Ben

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Freitag, 23. Februar 2007

Der MANN tritt auf. (siehe Probentagebuch10)

MIST, ÄCHZ, ARRRGH!!!
Kennt ihr das Gefühl, dass ihr irgenwo hinwollt, zwar ohne zu laufen, aber dennoch nicht schnell genug gehen könnt? Dass ihr in Gedanken schon eine Ecke weiter seid? Dass euch euer Kopf, schwer von treibenden Gedanken, ständig vor die Füße zu fallen droht?
Sicher, die Probe gestern war nun erstmal grundlegend dafür da, grob die Gänge zu klären, den Text einer inszenierungskonformen Farbpalette zuzuordnen und in etwa zu klären, in welche Richtung der Charakter "läuft" ... ABER: so richtig hineinfühlen in die Rolle, so richtig aus der Rolle heraus agieren, das fehlt natürlich noch.
Ich will die Rolle fühlen, von innen her mit Leben füllen und auch stimmlich die richtigen Nuancen erwischen. Ich habe einen echt hohen Anspruch an mich, und an die Rolle, und deshalb kam mir das, was wir gestern entwickelt haben, ein bisschen plump vor. Das muss es auch sein, ich weiß, aber ich wünschte eben, ich hätte schon mehr ... also wühle ich mich jetzt durch den Text und mache mir Gedanken, wie die gestern entwickelte Szene an Kraft gewinnen kann ... welche Ansätze ich wie am besten ausdrücken kann, ob noch Gesten, Mimik, Requisitenspiel, oder eine Betonung fehlt. Letztenendes kann ich ja doch nur den Schalter umlegen und spielen. Und dann hoffen, dass ich damit zufrieden bin, und dann noch hoffen, dass ich zurecht damit zufrieden bin.

wohin führt mich dieses Stück?
welche Ausstrahlung hat der Mann?
welche Gedanken hat der Mann?
Hilft es mir, über den Subtext zu grübeln?
Tadaaaaaaaaaa!!! Ich übe lieber schon mal das Gehechel vom Auftritt danach. Macht weniger Arbeit ;) Das Übrige entwickelt sich von alleine. Ich vertraue da auf meine Intuition. Außerdem trage ja nicht nur ich, und mein Kopf, sondern auch die Köpfe und Aktionen der anderen Spieler zu meiner Rolle bei. Das macht es ja gerade so spannend.

LG Ben

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Donnerstag, 1. Februar 2007

Unter Beobachtung

Nun, zunächst möchte ich noch etwas reserviert kommentieren, was ich nur eine viertel Stunde beobachten durfte, bevor ich selbt wieder auf die Bühne musste. Gemeint ist die Zweierprobe mit Beni und Florian am vergangenen Mittwoch.
Interessant fand ich das Bühnenbild zu ersten Mal räumlich vor mir zu haben, auch wenn es bloß angedeutet existiert. Spannend, auf dem schon eng geplanten Raum noch die Einschränkungen durch die Möbel und Höhenunterschiede zu haben. Und noch viel spannender: Wie alle diese Einschränkungen der Regie und den Spielern nicht das geringste Hindernis zu sein scheinen. Die Szene, die geprobt wurde, schlängelt sich wie im Tanz zwischen den Hindernissen hindurch, tanzt über die Möbel und drückt sich dem Betrachter aufs Auge... soviel zur Optik.
Die Auslegung der Rollen bisher, und ihre phasenweise Aufösung gefällt mir sehr. Stark, mal einen so ernsthaften Florian zu sehen. Und Beni, ja, wir suchen alle noch unsere Rollen, scheint dem Roland noch mehr entlocken zu wollen. Aber echt überzegend, mein erster Eindruck...
STURM UND DRANG allemal.

Nun, reserviert... da gäbe es noch mehr zu sagen. Doch das sind noch recht wirre Gefühle und Wahrnehmungen, die erst noch reifen wollen. Ich schau dann mal wieder vorbei.
so far. Ben

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Mittwoch, 24. Januar 2007

Geld oder Liebe!

Dieser Buchtitel, über den ich beim Googeln gestolpert bin, passt eigentlich recht gut zum Stück. Geld oder Liebe?
Nun, ich denke, dass die Liebe als solche in dem Stück weniger thematisiert wird, als der Stellenwert der Liebe, die Ordnung unserer Prioritäten und die Rolle von Gefühlen und Lebensumständen.
Es geht meiner Meinung nach auch darum, wie gut wir uns selber kennen, und wie gut wir andere, vielleicht sogar geliebte Menschen kennen. Kennen wir uns? Wie gut können wir uns/einander einschätzen?
Und Geld? Das kommt in solchen Ausmaßen im Stück vor, dass es gänzlich an Wirklichkeit verliert. Hier verhält es sich ähnlich wie bei der Punktevergabe in der Improgruppe. Das Geld ist so überpräsent, dass es etwas Beliebiges bekommt. Es dient viel mehr als Reiz, als auslösender Reiz, Risse und Wellen in das Rollengeflecht zu schlagen, bis am Ende ein ganz neuer Stoff entsteht.
Oder bleibt doch alles beim Alten?
Was ist denn überhaupt passiert, wenn das Stück vorbei ist?
Ist das ganze etwa nur ein großes Kopfkino?

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Samstag, 20. Januar 2007

Gelesen

Meine erste Probe fürs Bungee Jumping war letzten Donnerstag. Das Stück hatte ich ja schon vorher gelesen. Ich? Ja, ich kann lesen, und ähm, wer ich bin?! hmmm, im wirklichen Leben heiße ich Ben, und wer das ist, lässt sich leicht klären... aber wer bin ich im Stück!?
Ich spiele den "Mann", den "Pizzaboten"... den Fisch? Wie Günter uns erklärt hat, haben wir im estnischen Original ja alle die Namen von Fischen. Was macht mich also zum Fisch?
Ich habe noch nie einen Fisch Pizza essen sehen. Eine Waffe tragen Fische für gewöhlich auch nicht bei sich.
Vielleicht frage ich ja falsch. "Falsch, ja?"
Was erdreistet sich diese Person da so hereinzuplatzen und dem ganzen Wirrwar einen scheinbar rationalen Sockel unterzuschieben? "Erdreistet, ja?"
Ist das nun ein Möchtegerngangster oder der große Planer, der unscheinbare Zauberer, der das Märchen entzaubert? "Entzaubert, ja?"
Und was ist mit dem Schluss? Der wird nicht verraten.

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